Konzert

Les Fleurs du mâle – Die Blüten der Männlichkeit

Derb-komische und pikante Lieder im Café-concert

Datum
2. Dezember 2017 – 21.00
RADIALSYSTEM V (HALLE)
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Norma Nahoun Sopran
Marie Gautrot Mezzosopran
I GIARDINI
Pauline Buet Violoncello
David Violi Klavier

Victoria Duhamel
Konzept und Bühnenbild

Die Belle Époque und die Goldenen Zwanziger Jahre sind die bekannten Perioden der Emanzipa­ tion einer Sinnlichkeit, die die Moral des 19. Jahr­hunderts erfolglos zu verdammen versuchte. Ab den 1860er Jahren pflegte die Operette die doppeldeutige, anzügliche Romanze, während im populären Café-­concert Chansons mit unmiss­verständlichen Texten gefragt waren, deren erotischer Gehalt an Pornographie grenzte. Zwar war es den Frauen in diesen Zeiten nicht möglich, politischen oder wirtschaftlich Einfluss auszu­üben, doch konnten sie die Männer wenigstens durch die Macht ihrer Reize beherrschen und ihnen ihre Ansichten aufzwingen. Der Charme der „Marchandes de plaisir“1 wurde auf den Operet­tenbühnen seit der Mitte des Second Empire und bis zum Zweiten Weltkrieg gepriesen.

Die an internationale Bühnen gewöhnten Sänge­rinnen Norma Nahoun (Sopran) und Marie Gautrot (Mezzosopran) entdecken gemeinsam mit Pauline Buet und David Violi (Gründungsmit­glieder des Ensembles I Giardini) die ungewöhn­liche Gattung der Chansons des Café-­concerts. Die Regisseurin Victoria Duhamel arbeitet dabei zum ersten Mal mit dem Centre de musique romantique française zusammen.

1. Wörtlich übersetzt: „Verkäuferinnen des Vergnügens“, in der Praxis Straßenverkäuferinnen kleiner Kuchen, hier „Freudenmädchen“ (Anm. d. Ü.)